Machtbasis und Memorialort - Archäologisches zur Schweinfurter Fehde und der Markgrafenburg auf der Peterstirn.

Nach nunmehr 40 Jahren fanden im vergangenen Sommer in Zusammenarbeit des Schweinfurter Kulturamtes mit dem Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg wieder archäologische Untersuchungen auf der Schweinfurter Peterstirn statt. Im Fokus stand hierbei die im Zuge der "Schweinfurter Fehde" erstmalig erwähnte und teilweise zerstörte Burg der Schweinfurter Markgrafen. Dieses Adelsgeschlecht hatte im 10.  Jahrhundert den Landesausbau und die Geschichte Bayerns und Frankens maßgeblich beeinflusst und dabei in kurzer Zeit eine so herausragende Machtstellung erworben, dass sie die Opposition gegen die Mächtigsten ihrer Zeit wagten und 1003 in spektakulärer Weise gegen den König und späteren Kaiser Heinrich II. aufbegehrten. In diesem Konflikt, der auch Schweinfurt erst- und einmalig in das Zentrum der Reichsgeschichte rückte, wirkten die Burgen der Markgrafen als Dreh- und Angelpunkt und als bedeutsamste Stütze ihrer Macht. Die Burg auf der Schweinfurter Peterstirn fungierte in diesem System als ein administrativer und militärischer Hauptort und diente nach den Ereignissen des Jahres 1003 als Stammsitz und ideeller Bezugsort der Schweinfurter Markgrafen. Darüber wie sich Schweinfurt zu einem bedeutenden Zentrum des bayerischen Frühmittelalters entwickelte, gerade die Burg auf der Peterstirn ein eindrucksvolles Abbild der markgräflichen Politik und Strategien bildet und natürlich welchen Beitrag die Archäologie zur Aufhellung dieser Geschichte leisten kann, berichtet am 4. Dezember 2025 Tobias Heuwinkel vom Vorgeschichtlichen Seminar Marburg.

Vortrag Machtbasis und Memorialort_final